Was ist für Sie der Kern dieser schöpfungssensiblen Arbeit?
Gerhards: Es ist ein großer Unterschied, ob man rein naturkundlich oder aus dem Blick der Schöpfungspastoral auf die Natur schaut. Die Wahrnehmung der Schönheit der Natur kann helfen, in eine erweiterte Gottesbeziehung zu gelangen und zu spüren, dass man Teil des Ganzen ist und getragen wird. Wir möchten das Bewusstsein schärfen, dass die Natur kein bloßes Reservoir ist, an dem wir uns bedienen, sondern eine Gottesgabe. Sie ist uns geschenkt und es ist unserer Aufgabe, sie fürsorglich zu behandeln und zu bewahren. Ich glaube, es ist sehr wichtig, dass wir als Kirche den Blick dafür vermitteln, dass wir nicht ein Gegenüber, sondern Teil der Schöpfung sind, eingewoben und abhängig von diesem Lebensgeflecht.
Wie ist die Idee zum Kräuterkurs mit der Familienkirche Geistreich entstanden?
Gerhards: Im Austausch mit meiner Kollegin Esther Fothen. Ich habe ihr von dem Kräuterspaziergang erzählt und wir waren uns schnell einig, dass das etwas für die Familienkirche sein könnte. Das grobe Konzept stand bereits nach dem ersten Gespräch: An sieben Samstagen gehen wir an einen Ort, an dem eine bestimmte Pflanze wächst, die wir an diesem Tag besonders in den Blick nehmen.